Ein weltweit tätiger Mobilitätshersteller hat ein breites Portfolio an Transport- und Mobilitätslösungen aufgebaut, um Kunden auf der ganzen Welt zu unterstützen.
Angesichts des weltweiten Trends hin zu batterieelektrischen Fahrzeugen (BEVs) passt sich das Unternehmen an neue wirtschaftliche Rahmenbedingungen und neue Technologien wie Elektrifizierung, intelligente integrierte Plattformen und integrierte Batterieketten an, um den weltweiten Transportbedarf zu decken.
Um diese Ziele zu erreichen, war eine neue digitale Strategie erforderlich, und die Daten-Experten des Unternehmens standen an der Spitze einer unternehmensweiten Initiative für den Wandel.
„Eine digitale Strategie erfordert ein durchgängiges Konzept und Entscheidungsfindung, um den Wandel voranzutreiben“, sagte ein Chefingenieur des Unternehmens. „Die digitale Strategie bietet eine ganzheitliche Lösung über Geschäftsbereiche und Regionen hinweg und erfordert zudem eine Investitionsentscheidung aus Sicht der Unternehmensleitung.“
Ein wesentlicher Bestandteil dieses gewaltigen Vorhabens war die Neugestaltung der Datenlandschaft des Unternehmens.
Herausforderungen: Altsysteme und isolierte Daten behindern die unternehmensweite Transparenz
Wachsende Mengen isolierter Daten
Mit rund 200 Standorten weltweit und über 3.000 Lieferanten stehen dem Unternehmen zwar reichlich Daten zur Verfügung, doch stellt es manchmal eine Herausforderung dar, diese in vollem Umfang zu nutzen. Der Datenaustausch zwischen den Geschäftsbereichen ist schwierig, und selbst wenn Daten gesammelt werden, ist es eine Herausforderung, sie ganzheitlich zu nutzen. Die Größe und Reife des Unternehmens haben zudem zu einer Vielzahl von über 1.000 Systemen geführt, die Daten erstellen, austauschen und verarbeiten.
Der Übergang zu softwaredefinierten Fahrzeugen
Das Unternehmen stellt auf ein neues Geschäftsmodell um, das auf Produkt-, Kunden- und gesellschaftlichem Wert basiert. Ein erster Schritt in dieser Entwicklung ist die Umstellung auf softwaredefinierte Fahrzeuge (SDVs) – also Produkte, deren Funktionalität in Zukunft durch Software-Updates erweitert werden kann.
Dies stellt zusammen mit den Datenmengen, die solche Fahrzeuge erfassen und übermitteln, eine ganz eigene Herausforderung im Bereich der Datenverarbeitung dar.
Fragmentierte Daten über Abteilungsgrenzen hinweg
Zunächst musste das Unternehmen jedoch ein systemisches Problem beheben. Zwar sammelten die Abteilungen große Datenmengen, doch diese Daten waren nicht miteinander verknüpft. Daten aus den Bereichen Entwicklung, Technik, Einkauf und Logistik waren auf mehr als 1.000 Systeme verteilt – für ein traditionsreiches Unternehmen zwar kein ungewöhnliches Problem, aber dennoch eine enorme Chance für Verbesserungen. Ein Teil dieser Herausforderung war auch organisatorischer Natur. Viele Jahre lang hatten Fachbereiche und Regionen den Prozess vorangetrieben, was zu einem dezentralen Umgang mit Daten geführt hatte.
Einhaltung von ESG-Vorschriften und Netto-Null-Zielen
Das Bekenntnis des Unternehmens zu einer Netto-Null-Fertigung bedeutete, dass es auch damit beginnen musste, zahlreiche Umweltdaten von seinen Lieferanten zu erheben, was diese Herausforderung noch verschärfte. Das Unternehmen veröffentlicht seit langem einen ESG-Bericht (Environmental, Social and Governance), doch neue Vorschriften erforderten logischer strukturierte Daten über alle Geschäftsbereiche hinweg. Die Herausforderung lag in der Größe und Komplexität der Organisation, die ein globales Netzwerk von Standorten, Hunderte von verbundenen Unternehmen und über 3.000 Lieferanten umfasste.
Nachhaltigkeit in der Lieferkette vorantreiben
Dieser letzte Punkt steht auch im Zusammenhang mit der Lieferkette des Unternehmens. Das Bestreben, langfristige Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, wurde von den Mitarbeitern mitgetragen, was ein starkes Engagement für kontinuierliche Verbesserung zeigt. Angesichts von Zehntausenden von Teilekategorien und dem kontinuierlichen Import und Export von Artikelnummern (SKUs) weltweit stellten die Mitarbeiter fest, dass eine Verbesserung der Verpackungsmaterialien, -methoden, -dokumentation und Kartongrößen sowohl die Kosten als auch die Umweltbelastung erheblich reduzieren könnte.
Die Chance: Aufbau einer modernen Datenplattform
In Verbindung mit dem Fehlen einheitlich strukturierter Stammdaten erkannte das Team, dass sich eine einmalige Gelegenheit bot, die mit der Verarbeitung großer Datenmengen verbundenen Verzögerungen zu reduzieren und die Grundlage für eine moderne Datenplattform zu schaffen.
Zusammenfassend stand das Unternehmen vor folgenden Herausforderungen:
- Neue Initiativen stellten höhere Anforderungen an die Erfassung und Verarbeitung größerer Datenmengen. Die Verpflichtung zur Umstellung auf klimaneutrale Prozesse bedeutete, dass neue Verwendungszwecke für Daten entstanden, die entsprechenden Kapazitäten für eine effektive Umsetzung jedoch fehlten.
- Aufgrund einer komplizierten Datenintegration konnte der volle Wert der Daten selbst dann nicht ausgeschöpft werden, wenn es den Teams gelang, diese auf einer Plattform zusammenzuführen.
- Aufgrund des enormen Betriebsumfangs erzeugten über 1.000 Systeme riesige Datenmengen, deren Wert nicht vollständig genutzt wurde.
- Das Fehlen strukturierter Stammdaten führte dazu, dass die Verarbeitung und die Ableitung von Erkenntnissen aus den Daten zu lange dauerten, selbst wenn diese aus den zahlreichen Systemen des Unternehmens erfasst wurden.
Aufbau einer vernetzten Datenbasis
Vom Proof-of-Concept zum produktiven MDM in drei Monaten
Das Unternehmen implementierte die STEP-Plattform von Stibo Systems für das Multidomänen-Stammdatenmanagement (MDM) eingeführt, beginnend mit einem Proof of Value (POV) und einem Proof of Concept (POC), bevor die MDM-Plattform übernommen und in Betrieb genommen wurde.
„ Wir haben uns mit der Auswahl eines Master-Data-Management-Systems beschäftigt und festgestellt, dass die MDM-Plattform von Stibo Systems am besten für uns geeignet war. Wir haben in zwei Monaten eine POV und POC durchgeführt und das System in drei Monaten implementiert. Wir wollen durch unsere digitale Strategie neuen Wert schaffen, indem wir offen mit unseren Stakeholdern zusammenarbeiten.”
— Ein leitender Ingenieur im Unternehmen
Eine Kultur der Zusammenarbeit und Vernetzung
Der Weg dorthin erforderte sowohl einen technologischen als auch einen kulturellen Wandel im gesamten Unternehmen. „Nach vielen Jahren verfügte das Unternehmen über Daten in mehr als 1.000 Systemen. Das Unternehmen beschloss, auf MDM zurückzugreifen, um all diese Daten miteinander zu verknüpfen. Um diese Aufgabe mit MDM zu bewältigen und mehr Wert aus unseren Daten zu schöpfen, haben wir uns auf unsere eigene Kultur besonnen und einen wechselseitigen Ansatz mit der Daten-Community innerhalb des Unternehmens entwickelt“, sagte ein leitender Ingenieur.
Während Automobilhersteller bei einer MDM-Implementierung in der Regel den Fokus auf den Bereich der Produktdaten legen, gelang es dem Unternehmen, sein gesamtes Ökosystem im Blick zu behalten. So sammelten und verarbeiteten beispielsweise die Geschäftsbereiche Entwicklung, Technik, Einkauf und Logistik zwar alle große Mengen an Informationen, doch war es schwierig, die verschiedenen Datensätze miteinander zu verknüpfen. Das Datenteam begann mit dem Produktbereich und weitete seine Aktivitäten schrittweise auf Standort-, Lieferanten- und Kundendaten aus.
Das Team verfolgte einen zweigleisigen Ansatz, um das Problem der über mehrere Bereiche und Regionen hinweg isolierten Datensilos anzugehen. Von oben nach unten harmonisierte das Data-Engineering-Team die Daten innerhalb des Unternehmens und entwickelte Systeme, um die Daten optimal zu nutzen. Die Nutzer und Ersteller der Daten am anderen Ende des Prozesses arbeiteten daran, Datensätze zu sammeln und Konsolidierung von Datensätzen, damit das MDM seine Aufgabe erfüllen konnte: sicherzustellen, dass die vom Unternehmen gesammelten Informationen, Daten und Erkenntnisse für die gesamte Organisation zugänglich sind.
Das Unternehmen beseitigte nicht nur seine Datensilos, sondern stellte auch sicher, dass die Transformation, die zwar von oben nach unten gesteuert wurde, in hohem Maße auf Rückmeldungen aus der Praxis beruhte.
Bewältigung von ESG- und Lieferkettenherausforderungen
Das Unternehmen kann nun damit beginnen, eine starke Datenmanagement-Plattform für sich selbst, seine Tochtergesellschaften und sein Ökosystem aus über 3.000 Lieferanten aufzubauen.
Das Unternehmen hat sich zudem mit seinen Verpackungs- und Versandpraktiken befasst – ein Bereich, den die Mitarbeiter als verbesserungswürdig identifiziert hatten. Mithilfe von MDM kann das Unternehmen nun damit beginnen, die Daten zu erheben, die erforderlich sind, um die Kosten in der Lieferkette und die Umweltbelastung systematisch zu senken.
Zusammenführung von Daten aus verschiedenen Bereichen
Das Feedback der Mitarbeiter ist entscheidend für den Erfolg der Transformation, und der Schlüssel dazu war der wechselseitige Ansatz. Grundlage dafür war der bereichsübergreifende Datenausschuss, der sich aus Vertretern verschiedener Teams im gesamten Unternehmen zusammensetzte. Dieser Ansatz erstreckt sich auch auf Lieferanten und andere externe Interessengruppen.
Das Ergebnis ist ein zentrales Repository, das grundlegende Daten aus den Kerngeschäftssystemen sammelt, mit Produkt- und Marktdaten kombiniert und diese bei Bedarf unternehmensweit zur Nutzung bereitstellt.
Drei zentrale Vorteile der Transformation
Das Team hat aus dem Transformationsprojekt drei zentrale Vorteile erschlossen, die das Unternehmen auf Erfolgskurs gebracht haben:
- Einführung von MDM: Um Daten über Geschäftsbereiche und Domänen hinweg zu vereinen, ging das Team gegen Datensilos vor und erarbeitete neue Anwendungsfälle für die Daten. Dieser Ansatz maximiert die Erzielung von Ergebnissen und minimiert gleichzeitig die damit verbundenen Kosten.
- Ein zweigleisiger Ansatz für die Transformation: Das Unternehmen erkannte, dass die digitale Strategie zwar von der Unternehmensleitung vorangetrieben wurde, jedoch ohne die aktive Beteiligung des gesamten Unternehmens nicht erfolgreich sein würde.
- Zentralisierung für Skalierbarkeit und Flexibilität: Der Aufbau eines zentralen Datenhubs ermöglicht den einzelnen Geschäftsbereichen einen demokratischeren Zugang zu Unternehmensdaten für Innovationszwecke.
Aufbau einer zukunftsfähigen Datenbasis
Das Datenteam des Unternehmens baute ein vernetztes Datenökosystem auf, um seine ehrgeizige Zukunftsvision von nachhaltiger Fertigung und sichereren Reisen zu unterstützen. Dies geschah mit der vollen Unterstützung und Einbindung der Organisation und ihrer Belegschaft, wobei sichergestellt wurde, dass Feedback sowohl von oben als auch von unten einfloss, um Systeme zu entwickeln, die für alle einen Mehrwert bieten. Der nächste Schritt in diesem Prozess, bei dem der durch MDM erschlossene Mehrwert weiter genutzt wird, besteht darin, die Lieferkette und andere Dritte zu unterstützen.
„Da sich unser Geschäft weiterentwickelt, investieren wir in zukünftige Mobilität und digitale Innovation. Um diese Transformation zu unterstützen, haben wir eine digitale Strategie entwickelt, die eine ganzheitliche Lösung über Geschäftsbereiche und Regionen hinweg bietet und informierte Investitionsentscheidungen ermöglicht.”
— Ein Chefingenieur im Unternehmen
Der Weg des Unternehmens mit MDM ist mehr als nur eine technologische Modernisierung. Es handelt sich um eine strategische Investition in eine Zukunft, in der datengestützte Erkenntnisse Innovation, Zusammenarbeit und nachhaltiges Wachstum im gesamten Ökosystem des Unternehmens fördern.